22. August 2015
Am Morgen nach der Nacht auf dem Moskauer Parkplatz schickten wir
Basti los, Frühstück besorgen. Abermals zu McDonalds. Er kam mit 4
Happy Meals ohne Burger, Pommes oder Getränke wieder. Dafür mit 4
Skylanders-Figuren. Wir fanden das einigermaßen suspekt (mal davon
abgesehen, dass es ohnehin suspekt ist, bei McDoof zu frühstücken)
und beschlossen, dann eben doch unsere Vorräte aus Lettland
anzubrechen. An diesem Tag spielten wir ein wenig Touristen. Wir
hatten jetzt fast eine Woche Fahrt hinter uns und uns eine Pause
verdient. Redeten wir uns jedenfalls ein. Also wurde das Auto
Richtung Kreml gesteuert und dort in einer Seitenstraße geparkt.
Vorbei an für russische Verhältnisse unverschämt teuren
Supermärkten, Boutiquen und Antiquitätenhändlern ging es dann zu
Fuß am Rande einer Prachtstraße zum roten Platz. Wir passierten ein
Open Air Rock Konzert und jede Menge das Wetter genießende Menschen.
An diesem Tag schien es gar nicht so scheiße zu sein, in Moskau
leben zu müssen. Die Leute hier schienen alle das Leben zu genießen.
Nach der üblichen Verzögerung durch Verlaufen erreichten wir dann
endlich „diese Kirche, die immer im TV im Bild ist, wenn es um den
Kreml geht.“ Eine Führung durch die Festung selbst taten wir uns
wegen der Menschenmassen und der knappen Zeit dann doch nicht an,
aber wir liefen einmal ganz außen rum und Basti überlegte, wo er
Geld in Nippes umtauschen kann. Außerdem wurde hier mal wieder das
doofe Klischee bestätigt, dass alle männlichen Russen aussehen wie
Kugelstoßer oder Boxe. Und die russische Frauen aussehen wie
Supermodels - oder auch wie Kugelstoßer und Boxer. Dazwischen gibt
es offenbar nur wenig und an diesem Tag ging die Tendenz eher in die
Laufsteg-Kategorie. Cosplayer gab’s am Kreml auch, aber sie
stellten meist Figuren dar, die eher weniger aus PC-Spielen bekannt
sind, wie zB diesen Lenin-Typen.
Hitze und sinnloses Rumlaufen waren dann doch nicht so erholsam
wie gedacht, also ging es wieder zum Auto. Am Abend waren wir erneut
bei Papa Vader verabredet: Es sollte ein Interview mit den Betreibern
und den Twilek-Tänzerinnen geben. Also fuhren wir erneut zu dem
Etablissement.
Dort stellte Steff fest, dass wir ein Leck hatten: Es tropfte
öliges Zeug aus der Lampe in unserer Kücke. Grund: Unser Wagen
stand in der Sonne. Eine Packung Letta im Küchenschrank hatte sich
verdünnisiert, war ausgelaufen und in die am Schrank angebrachte
Lampe hineingeschlonzt. Bäh.
Steff hatte Spaß beim Saubermachen
der Elektrik.
Trotz dieser Katastrophe suchten wir wenig später Papa Vader
heim. Dort hatten sich schon einige Cosplayer zu einem
Bioware-Community-Treffen eingefunden. Es gab einen Wettbewerb im
Bierdosen-mit-Nerfguns-umschießen, der jedoch von irgendwelchen
Arschkrampen, die sich irgendwie für ein Besäufnis in den Laden
verirrt hatten, sabotiert wurde, indem sie die Bierdosen vom Tisch
wischten und die Teilnehmer schubsten. Alex, den wir zufällig erneut
trafen, war es extrem peinlich, das hier offensichtliche
Russland-Klischees erfüllt wurden. Später bekamen wir noch die
versprochene Twilek-Tanzshow geboten und ich wurde (weil ich mal
wieder zu sehr ins Filmen vertieft war) von einer der Poledancerinnen
gerammt. Bzw von ihren Lekku. Das passiert auch nicht jeden Tag.
Da Alex sich standhaft weigerte, sich von uns einladen zu lassen,
brachen wir irgendwann wieder auf. Wir wollten Moskau Nachts
verlassen, um der Staugefahr zu entgehen. Mháire schlug sich tapfer
am Steuer, bis wir nach 2 Stunden Fahrt den letztren Ring aus
Trabantenkäffern hinter uns gelassen hatten und auf einem
LKW-Parkplatz zur Ruhe kamen.
Orkenspalter TV
2015-12-01 23:36:36 +0000 UTCJakomo vom Dach
2015-12-01 16:07:07 +0000 UTC