Exklusiver Mini-Podcast: Rollplay vs Roleplay
Added 2024-04-20 08:17:10 +0000 UTCHi! Gestern vor dem Star Wars PnP haben wir noch kurz über ein Thema gesprochen, über das wir evt. ein Video machen wollen: Rollplay vs Roleplay. Mit dabei waren Lili, Walker und Anselme. Natürlich ist das in 24 Minuten nicht erschöpfend behandelt - vielleicht trägt es aber auch gar kein Video. Wie steht ihr dazu?
LG
Nico
Comments
Ich würde da auch gerne einen größeren Podcast hören. Gerne auch mit noch mehr Beteiligten. Sehr schöne Idee!
T. Wendebaum
2024-04-28 08:15:33 +0000 UTCSchönes Format und von meiner Seite aus gerne mehr davon und gerne länger. Ich hätte auch die abschweifenden Themen interessant gefunden. Meine Meinung zum Thema Spieler rätseln oder Würfel: Ich finde es gut wenn die Spieler die Rätsel lösen, aber bei einem guten Würfelwurf kann die SL Hinweise geben. Hintergrundwissen ist ein zweischneidiges Schwert, manchmal weiß die spielende Person zu wenig um zb Magier oder Geweihte glaubwürdig zu spielen und manchmal weiß man zu viel um zwischen Spieler- und Charakter-Wissen gut zu unterscheiden. Beispiel Simyala Kampagne, jede*r die "Aus Licht und Traum" gelesen hat weiß mehr als man in da wissen sollte. Und da im Detail zu trennen was genau man weiß und was nicht ist schwierig, da können dann Würfel helfen.
Vespasian
2024-04-21 20:19:19 +0000 UTCIch finde, hier sind zwei Themen angesprochen worden, zu denen ich gerne mehr hören würde und mir einen längeren Podcast oder ein aufgearbeitetes Video wünschen würde. Auch das Thema Crossplay finde ich sehr interessant. Ich würde zustimmen, dass es weniger geworden ist, aber es ist dennoch noch oft genug Thema und ich habe da auch schon mit Leuten länger drüber diskutiert (wobei meiner Erfahrung nach auch Cismann spielt weiblichen Charakter wesentlich kritischer beäugt wird als Cisfrau spielt männlichen Charakter). Gerade bei der Perspektive, wir schließen Corssplay aus Rücksicht auf Transpersonen aus, würde mich die Erklärung echt interessieren. Ich hab natürlich Vermutungen, aber das ist im Endeffekt Spekulation. Zum eigentlich Thema aber: Den Gedanken, zuerst zu Würfeln und dann das auszuspielen, fand ich im ersten Moment sowohl attraktiv, wusste aber auch, dass mich etwas daran stört ... und im Endeffekt ist es, glaube ich, dass es das Gewicht eher in Richtung 'Schauspiel' schiebt, weil ich schon eine Vorgabe habe, was ich umsetzen soll. Es ist nicht mehr so freies Rollenspiel. Das macht die Lösung nicht schlechter, weil es einfach keine perfekten Lösungen dafür gibt, aber ich mache es in meinen Runden meist so, dass ich erst das Gespräch führe (sofern die Spielenden das auch wollen, was meist der Fall ist; will jemand das abstrakt lösen, bespricht man das kurz abstrakt und würfelt dann) und die Probe einstreue, wenn entweder das Gesprächsende erreicht ist oder es an diesem Punkt entscheidend wird, weil bspw. eine wichtige Information rauskommt oder der NSC etwas sagt oder tut, was relevant ist. Und im Kern löse ich das dann über Metagaming ... selbst wenn du die perfekte Rede gehalten hast, triffst du vielleicht den falschen Ton, es ist das falsche Publikum, du triggerst irgendwas bei dem NSC ... und er reagiert dann trotzdem negativ. Ist natürlich auch nicht perfekt. Ich bin aber grundsätzlich ein Verfechter davon immer auch zu würfeln. Aus all den Gründen der Fairniss und des Balancings, die schon genannt wurden. Bzgl. Rätseln halte ich das meist wie Mháire, wobei ich eher schaue, wenn die Gruppe hängt, dass ich dann Charakteren Proben zugestehe für Hinweise. Ich finde es da aber auch okay, wenn andere Spieler:innen Infos oder Ideen soufflieren, man das Rätsel quasi gemeinsam OT löst, IT aber der kluge Charakter verantwortlich ist. Das Lösen von Rätseln findet - zumindest in meinen Runden - meist eh auf einer Mischebene statt. Genau wie Kampfstrategien entwickeln o.ä. Wurde man Rollplay konsequent durchziehen, würde man auch kein Rätsel vorbereiten, sondern das Rätselobjekt beschreiben und dann Proben ablegen lassen auf die Fähigkeiten, die der Charakter zur Lösung nutzen möchte. Ohne das überhaupt irgendwo gerätselt wird. Bei Hintergrundwissen sehe ich das, glaube ich, eher anders als einige Leute in den Kommentaren hier. Ich finde es toll, wenn Leute sich einlesen. Ich werde das auch immer bestärken und befürworten. Das hilft der Spielleitung, das gibt der Welt Tiefe, die oft genannte Immersion. Aber ich finde es nicht notwendig. Wir erwarten ja auch nicht, dass sich jemand, der eine:n Dieb:in spielt damit beschäftigt, wie genau man Schlösser knackt. Wenn der Charakter kochen können soll, muss das der/die Spieler:in auch nicht in Details beschreiben. Und es setzt die Einstiegshürden gerade bei dichtbeschriebenen Welten wie DSA sehr hoch. Es gibt eine gewisse Grundlage, die man wissen muss, aber das ist wirklich wenig. Die Kurzbeschreibung der eigenen Gottheit bspw. Das Grundverständnis, wie Magie in der jeweiligen Tradition/Schule gewirkt wird. Aber ich habe lieber Spieler:innen, die einen Charakter spielen, den sie wirklich spielen wollen, aber dann Dinge improvisieren - was man dann auch einfach als möglicherweise exotische Denkschule verstehen kann - als Spieler:innen, die einfach kein Interesse daran haben, sich einzulesen, für die das langweilig oder sogar frustrierend ist, auf Rollen zu pressen, weil sie es für die dann auch nicht müssen. Zumal das, meiner Erfahrung nach, sowieso nicht so häufig vorkommt. Zumal auch immer die Frage ist, wie viel ich da erwarte. Wie tief soll das gehen. Wie sehr müssen sich adelige mit den Adelshäusern innerweltlich auskennen. Müssen magische Charaktere alle wichtigen Akademieleitungen namentlich kennen. Innerweltlich wäre das alles logisch und realistisch. Und natürlich ist da keine fixe Grenze, die muss jede:r für sich und jede Gruppe individuell festlegen. Ich würde sie aber immer niedrig ansetzen.
Ataraxios
2024-04-21 10:49:52 +0000 UTCInteressant. Ich bin der Meinung, dass man nur Charaktere spielen sollte, die man auch darstellen kann (der besagte Kleriker oder Magietheoretiker sollte also von jemandem gespielt werden, der die Kenntnisse über die Spielwelt hat). Sonst, so finde ich, wird es schnell mühsam und die Stimmung leidet. Die Idee, zuerst zu würfeln und dann darzustellen ist vermutlich der Königsweg, um rollplay und roleplay zu vereineinen - aber das Vorstehende gilt auch dann, da die Würfel ja auch sehr gut sein können... Im Übrigen habe ich im LARP und beim P&P schon mehrfach mit Freude, sagen wir einfach gestrickte ,Charaktere gespielt.
Shruuf
2024-04-21 09:44:51 +0000 UTCFands sehr schön und interessant die verschiedenen Meinungen zu hören 😄 Hab mich bei dem Thema etwas an Thomas und Michael vom DorpCast erinnert gefühlt 😄 Gerne mehr von dieser Art Content 😄
Yuno
2024-04-20 17:31:20 +0000 UTCWie schon gesagt und geschrieben… "es hängt davon ab". Wenn die Runde eh auf Erzählspiel unterwegs und wenig würfelt - dann bitte. Wenn eine Gruppe sehr taktisch unterwegs, "gerne würfelt" (z.B. in Kämpfen, Recherchen, …) und die Charaktere sich entsprechend der ausgegebenen Ressourcen in Spiel bringen können sollen: dann sollte man (m.M.n.) spätestens Spielende bremsen, wenn sie Int/Cha als Dumpstats nutzen und dann mit Rollenspiel die Lücke überspielen. (Siehe "Powergaming".) Ansonsten sollte eine Gruppe ja eh festlegen, was sie gerne macht und was den Leuten Spaß macht. Kämpfe? (Und wie: Cineastisch oder taktisch?) Recherchen? Soziales? Wildnis/Überleben? Rätsel? …? Wenn es der Gruppe Spaß macht, ist es voll cool, wenn die Spielenden sich einbringen können - Rätsel, Wissen, Interaktion, Taktik, Regelkunde, Kreativität (z.B. die Welt und das Spiel aktiv mitgestalten) … … wenn es Leute davon abhält, "mal was anderes auszuprobieren" oder "wer anders zu sein als im Alltag", kann der Rückzug auf Regeln auch eine Hilfe sein. Das gilt für mich auch, was "Investition in den Charakter" angeht. Wenn man sich in Fate seine Welt selbst ausdenkt, gibt es ja kein Weltwissen zu lernen. Wenn man in DSA, Shadowrun, den Vergessenen Reichen (mit Zugriff auf altes Material), … spielt, _und_ die Runde Lust darauf hat, in die Welt einzutauchen _und_ die Spielenden in der Situation sind, Zeit und Spaß neben den Runden zu haben, ist es sehr cool, wenn alle ihr Charakterwissen (und ihre Spezialregeln) auf der Rolle haben. Entlastet auch die Spielleitung und kann das Eintauchen in die Welt. Und ermöglicht, im Spielen sich mehr aufs Spiel zu konzentrieren. Aber je nach Vorwissen gibt es ja auch ganz unterschiedliche Kampagnenkonzepte, ob man in einer politisch aktiven Großstadt eines Reiches mit viel Geschichte spielt; oder eine Gruppe aus der Provinz, die sich die Welt im Spiel selbst erst erspielt. Und bei kurzen Runden, ist es eh nochmal was anderes - da nimmt man ja eher an (Nicht)Wissen, was eh vorhanden ist. Wenn ich eine Gruppe mit 3 Erstspielenden habe, die neben der (seit mittlerweile 7+ Jahren laufenden Kampagne) nicht groß Zeit investieren wollen… … da haben wir zu Beginn die Regeln schrittweise im Spiel gelernt. Und sie haben alle (quasi von sich aus) Charaktere gespielt, die die Welt noch erforschen wollten. Jaja, lange Rede kurzer Sinn: Das Spiel an die Gruppe anpassen und wissen, welche Stärken und Schwächen in den Ansätzen stecken, so dass man sie passend zur Gruppe nutzen kann.
Philipp van Hüllen
2024-04-20 16:43:26 +0000 UTCBei Rätseln finde ich es tatsächlich am schwierigsten zu entscheiden, welcher Ansatz nun der "bessere" ist. Bei anderen Herausforderungen bin ich eher im Lager "Würfeln", schon aus Gründen der Fairness und der Charakter-Konsistenz. Die Leute haben in den meisten Systemen ja Generierungspunkte oder ähnliche Ressourcen ausgegeben, damit ein Charakter feilschen, beutelschneiden, Gottesdienste abhalten, Verträge mit Dämonen aushandeln, etc. kann. Genau diese Werte definieren den Charakter zudem mit. Wenn jemand anderes die Punkte nun beispielsweise für Kampffähigkeiten oder Zaubersprüche ausgegeben haben und die anderen Situationen durch Schauspielerei lösen, dann bekommen sie ja praktisch kostenlos noch Fähigkeiten dazu und brechen außerdem das Charakterkonzept, in dem genau diese Fähigkeiten eher geringer entwickelt sind. Ich denke auch, dass - wie erwähnt - eine gewisse Verzerrung durch die Social-Media-Videos besteht, in denen Schauspielerei notwendigerweise eine größere Rolle spielen. Wobei ich persönlich häufig von zu ausufernder Schauspielerei auf Kosten des Fortgangs der Handlung genervt bin. Im Gegensatz bin ich vielmehr auch gut unterhalten, wenn in solchen Runden viel gewürfelt wird und man auch mal Einblicke bekommt, wie das regelmechanisch abgearbeitet wird. Aber das ist dann mein etwas seltsames Spezialinteresse.
vtaktuell
2024-04-20 15:09:49 +0000 UTCIch liebe den Klang der Würfel wenn bei Shadowrun gewürfelt wird aber genieße auch das erzählende das komplett ohne Würfel auskommt. Genauso ist es mit Streams, ich guck mir gern über 9 Stunden Lego bauen an, dauert dann halt n bisschen, finde aber auch die kurzen Talks recht interessant. Ihr merkt, ich bin zwiegespalten. Oder einfach nur genügsam und zufrieden 😜
monstroso100
2024-04-20 14:24:43 +0000 UTCDa ich Würfelorgien nicht wirklich mag - bin ich eher im Team Roleplay zu finden und gute Ideen müssen mMn auch nicht durch Würfel zerstört werden. (SL - Feingefühl gefordert - wie Mhaíre ja schon angemerkt hat)
KaiOwlpaka
2024-04-20 13:07:35 +0000 UTCUm mal noch eine Perspektive einzubringen: Die Betonung der Werte auf dem Bogen kann auch etwas mit Fairness zu tun haben. In einer Werwolfrunde hatte ich mal zwei Ragabash (Streuner-Charaktere), eine eher körperlich fokussiert, die andere sozial. Die Spielerin der körperlichen hatte aber eine großartige schauspielerische Ader und ein Mundwerk Marke Eddie Murphy, mit dem sie allen alles an die Backe quatschen konnte - zumindest solange, bis sie mit ihrer Manipulation 2 + Ausflüchte 1 doch mal ne Probe würfeln sollte. Die Häufigkeit, mit der die soziale Ragabash sich hingegen vor Athletik- und Schleichenproben drücken konnte, indem sie beschrieb, welche Flickflacks und Saltos sie vollführte und wie sie von Schatten zu Schatten huschte, hielt sich eher in Grenzen.
Cifer
2024-04-20 12:52:43 +0000 UTC